Mit Zuversicht und Lösungen in die Zukunft

AGVS-Delegiertenversammlung

Mit Zuversicht und Lösungen in die Zukunft

23. Juni agvs-upsa.ch – Der Grundtenor an der 45. Delegiertenversammlung des AGVS war sowohl optimistisch wie auch kämpferisch: «Wir packen es an und haben Lösungen.» AGVS-Zentralpräsident Thomas Hurter sieht die Basis für ein positives Image der Branche in der Pflege der politischen Beziehungen auf allen Ebenen und einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Behörden.

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Fotos: AGVS-Medien

Freiheit, Wohlstand, Mobilität: Für dieses Trio müsse man sich als Garagist einsetzen. Das sagte Thomas Hurter, AGVS-Zentralpräsident, anlässlich der 45. Delegiertenversammlung, die in Saignelégier JU stattfand. Er stellte den Wohlstand, den die individuelle Mobilität mit sich bringt und das Bevölkerungswachstum in den Fokus. Und weil die Veranstaltung in der Halle du Marché-Concours stattfand, der für die gleichnamige Pferdeveranstaltung und die Freiberger Pferde bekannt ist, meinte er: «Das Pferd bedeutet Freiheit, genauso wie das Auto. Pferde haben die Mobilität historisch eingeläutet.» Dann schwenkte er über zur Politik: Im Rahmen seines politischen Engagements hat der AGVS gerade jüngst mit der Annahme der Motion Pfister im Ständerat einen Erfolg feiern dürfen. Sie verpflichtet den Bundesrat, den bisher ungenügenden Vollzug der KFZ-Bekanntmachung sicherzustellen. «Für den Garagisten als Unternehmer sind das sehr gute Nachrichten, weil der Rechtsschutz gestärkt wird. Aber die Herausforderungen werden dadurch nicht weniger», betonte Hurter. Aktuell beschäftigt sich der AGVS unter anderem auch mit den verschiedenen Agenturmodellen und ihren Auswirkungen auf den Garagisten als Unternehmer. Zusammen mit der Markenkommission wurde dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben, deren Erkenntnisse den AGVS-Mitgliedern in Form eines Factsheets im Verlauf der nächsten Monate zur Verfügung gestellt wird. 

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«Für den Garagisten als Unternehmer sind das sehr gute Nachrichten»: AGVS-Zentralpräsident Thomas Hurter ging in seiner Rede auf die Annahme der Motion Pfister ein.

Weiter verdeutlichte Hurter, dass man den motorisierten Verkehr nicht schlecht reden, sondern ihn fördern solle – dafür setzt sich der AGVS gemeinsam mit seinen Partnerverbänden weiterhin ein. Man solle innovativ unterwegs sein und Technologieoffenheit leben, so Hurter. «Die Elektroautos sind nicht die einzige Lösung, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die synthetischen Treibstoffe gehen oft vergessen und ich finde es schade, dass politisch mit Verboten gearbeitet wird», betonte er. Jüngstes Beispiel: Das EU-Parlament forderte das Verbrenner-Aus bis 2035. 

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Später dann führte SRF-Moderator Röbi Koller eine Diskussionsrunde mit Mitgliedern des AGVS-Zentralvorstandes durch. Dominique Kolly berichtete über die Situation bei den Nutzfahrzeugen: «Es ist wichtig zu wissen, dass bei den Schweren jedes Kilo zählt.» Kürzlich sei deshalb auch die erlaubte Länge und Nutzlast gesetzlich angepasst worden, um überhaupt alternative Antriebe anbringen zu können. Die Reparaturen dieser neuen Technologien stelle Garagisten wegen der erhöhten Explosionsgefahr auch vor Herausforderungen. Aber: «Wir packen es an und haben Lösungen.» 

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Betreffend Lieferverzögerungen bei den Neuwagen, die die Nachfrage nach Occasionen in die Höhe treibt, ergänzte Markus Hesse sinnbildlich: «Unsere Muskeln sind leicht übersäuert.» Man habe sowas noch nie in diesem Ausmass erlebt, aber die Lieferverzögerungen würden nicht nur die Autowelt beeinflussen. «Die Kunden haben deshalb grundsätzlich Verständnis, wenn wir sie mit der Botschaft der Lieferschwierigkeiten konfrontieren.» Was für ihn sicher sei: «Die Reise geht dahin, dass die Elektromobilität zunehmen wird.» Dafür hat sich das Verhalten der Kunden trotz technologischem Wandel nicht stark verändert. «Das beruhigt mich als Garagist.» Markus Hesse ist sich sicher: Wenn die Garagisten ihren Job gut machen, dann wird er letztlich doch von den Kunden aufgesucht, auch wenn sich diese künftig noch besser im Internet informieren. Röbi Koller verglich diese Aussage mit einem Arztbesuch, der trotz vorheriger Konsultation von «Dr. Google» unternommen wird.  

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Neben den Teilnehmenden der AGVS-Delegiertenversammlung (hier im Bild AGVS-Ehrenpräsident Urs Wernli – links – und VSR-Vizepräsident Kurt Wenger) fühlten sich auch die Pferde in der Halle du Marché-Concours sichtlich wohl.​

Viel Positives betreffend Sozialversicherungen erläuterte anschliessend Nicolas Leuba als Vorsteher der Ausgleichs- und Pensionskasse des Schweizer Mobilitätsgewerbes. «Der Deckungsbeitrag liegt bei 113.35 Prozent, das ist ausserordentlich gut», freute er sich. Es stelle sich die Frage, wie man die Balance behält und auch in Zukunft die Renten ausbezahlen kann, wenn immer mehr Menschen immer älter werden. Charles-Albert Hediger ging zum Schluss auf die Branchenlösung für Arbeitssicherheit BAZ ein. Jeder zweite Betrieb sei bereits Teil davon. «Es ist wichtig, sich einer solchen Lösung anzuschliessen.» Danach ging er auf den Nachwuchs ein: «Wir sind im Verband in Sachen Bildung stark aufgestellt. Die Qualität ist hervorragend.» Er räumte aber auch ein: «Es ist in allen Branchen schwierig, Fachkräfte zu finden.» Für ihn seien Pessimisten aber oft nur schlechter informierte Optimisten. Man müsse den Jugendlichen zeigen, dass eine vielseitige Ausbildung auf sie warte. «Das Image des Mechatronikers, der am Ende des Tages immer nur schmutzige Hände hat, gehört der Vergangenheit an.» Die Autobranche verkaufe Emotionen und Leidenschaft, das müsse den Jugendlichen vermittelt werden.
 
Der Jura als perfekter Gastgeber
Für Schmunzeln sorgte der Auftritt im Rahmen des Jahresberichts von René Degen, AGVS-Zentralvorstand, Bereich Dienstleistungen und Aftersales. Er stellte sich als Ritter Degenhart der Vierte vor und war entsprechend gekleidet. Degen betonte, dass einige Jahrzehnte vergangen sind, bis der AGVS im Jura an diesem 22. Juni 2022 seine Delegiertenversammlung durchführte. Organisiert wurde der Anlass von der AGVS-Sektion Jura/ Berner Jura. Thomas Hurter versprach, dass es diesmal nicht mehr so lange bis zur nächsten Ausgabe dauert. Später durfte der AGVS-Zentralpräsident Jean-Charles Herrenschmidt, Präsident der europäischen Dachorganisation Cecra, ankündigen. Er referierte über die Meilensteine, die sie als Stimme der Fahrzeughändler bisher erreichten. Die Organisation mit Sitz in Brüssel vereint die nationalen Automobilhandels- und Markenhändlerverbände.

Der Jura wurde während des Anlasses mehrfach als wunderschöne Gegend vorgestellt, die weit mehr zu bieten hat als nur Pferde. Fréderic Bassin, Präsident der AGVS-Sektion Jura/Berner Jura, lobte die denkmalgeschützte Halle, die Uhrenindustrie und die Landschaft. Dasselbe betonte auch Karine Marti, Leiterin des Strassenverkehrsamtes des Kantons Jura. Sie liebe das Autofahren, sagte sie. Und Vincent Wermeille, Gemeindepräsident von Saignelégier, überbrachte ebenfalls ein Grusswort. «Wir haben die Füsse im Wasser und die Köpfe in den Fichten», sagte er über die Jurassier. Und an die Garagisten gewandt: «Ihr seid die Spezialisten der Automobilbranche, die individuelle Mobilität ist Ihr Steckenpferd.» 
 


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Ehre, wem Ehre gebührt: Peter Baschnagel (mitte), Peter Hänni (rechts) und Jakob Schlatter (links) wurden auf der Bühne für ihre Engagements geehrt und mit einer goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. (Peter Baschnagel erhielt 2014 bereits eine Ehrennadel, wurde aber nochmals geehrt, Daniel Portmann und Martin Wildhaber konnten leider für ihre Ehrung nicht anwesend sein).

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