Motivation à la Del Curto: Zuckerbrot und Peitsche

Teamführung

Motivation à la Del Curto: Zuckerbrot und Peitsche

18. Januar 2022 agvs-upsa.ch – Er hat den Ruf, als Trainer ein ausgezeichneter Motivator gewesen zu sein und auch mit sogenannt schwierigen Spielern gut zurecht gekommen zu sein. Arno Del Curto gab im Kursaal Einblicke in sein Geheimnis, Teams zu führen.

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srh. Leidenschaft und Authentizität – zwei Stichworte, die Arno Del Curto während seiner beeindruckenden Trainerkarriere begleiteten. Wenn also jemand wissen muss, wie man ein Team formt, führt, fördert und fordert, ist der 65-jährige Engadiner ein idealer Gesprächspartner. Dabei stellt sich die Frage, wie es Del Curto selbst schaffte, Tag für Tag motiviert in der Eishalle zu den Trainings aufzutauchen. «Ich genoss die Sonne am Morgen und ging mit Spass in die Arena», erklärt er – ein scheinbar einfaches Rezept. Vor allem zu Beginn habe er auf eine gut installierte Hierarchie mit den Leadern Josef Marha, Reto von Arx und Sandro Rizzi zählen können. Diese Spieler hätten die Mannschaft viel in seinem Sinn gesteuert. Er gab aber noch eine andere ihm sehr wichtige Maxime des Führens preis: «Man muss Menschen menschlich führen und Zeit haben für sie. Wenn die Spieler sehen, dass man sich für sie einsetzt, werden sie auch entsprechend Einsatz geben.»
 
Eine Frage, die auch das Autogewerbe beschäftigt, war: Wie entdecke ich Talente und wie kann ich sie fördern? «Das war in Davos eine grosse Herausforderung, weil wir etwas abseits der grossen Zentren sind», erzählte Del Curto. Deshalb seien Talente oft im Landwassertal gelandet, die als schwer zu führen galten. Das habe ihm jedoch Spass gemacht, so Del Curto. «Ich war selbst auch eher schwer zu führen», schiebt er lachend nach. «Wichtig ist, mit ihnen zu sprechen, sie vielleicht an der etwas längeren Leine zu lassen und sie dann an die Kandare zu nehmen, wenn es eng wird.» Besonders wichtig sei, solche Spieler zu loben, wenn sie etwas Gutes gemacht hätten – und nicht nach dem Schweizer Motto zu agieren, sprich «Nichts sagen, ist loben». Und ebenso wichtig sei es, sie bei Fehlern gegen aussen zu schützen und die Kritik ausschliesslich intern und direkt anzubringen.
 
Mit dem Eishockey hat Del Curto nunmehr abgeschlossen. Heute ist er Unternehmer, schrieb ein Buch («Mit Köpfchen durch die Wand») und ist Hotelier. Diese Aufgaben würden ihm gefallen, auch wenn er seit drei Monaten AHV-Bezüger sei («Ich habe das Konto noch nicht angeschaut, es schmerzt, weil ich mich eigentlich noch jung fühle.»). Allerdings schränkt er seine Fähigkeiten ein: «Ich kann ein Hotel führen inklusive Businessplan», sagte er. «Aber vermutlich wäre das Hotel nach drei Monaten bankrott», ergänzt er. Während seine durchaus mit einer gehörigen Portion Selbstironie vorgetragenen Anekdoten wiederholt für Schmunzler sorgten, erntete Fragesteller Röbi Koller die grössten Lacher, als er Del Curto fragte, wie man es denn anstelle, dass junge, gut bezahlte Eishockeyprofis nicht das ganze Geld in Autos investierten. Koller reagierte indes schneller als das Publikum und bemerkte seinen Freud’schen Versprecher sofort: «Falsch, in Autos dürfen sie natürlich investieren.»
 
Die ausführliche Berichterstattung zum «Tag der Schweizer Garagisten 2020» lesen Sie im AUTOINSIDE 2/2022.



Alles über den «Tag der Schweizer Garagisten» 2022
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