Weg frei für vollautomatisierte Autos

Weg frei für vollautomatisierte Autos

23. März 2016 agvs-upsa.ch – In spezifischen Anwendungsfällen ist die permanente Überwachung des Fahrzeugs durch den Fahrer nicht mehr erforderlich. Das Wiener Übereinkommen (WÜ) tritt entsprechend angepasst per sofort in Kraft. Bis die ersten Autos autonom über unsere Strassen fahren, wird es aber noch etwas dauern.

Die Änderung macht den Weg für neue Automatisierungsstufen von Fahrzeugen frei. Nach Einschätzung von Experten erlaubt das Wiener Übereinkommen über den Strassenverkehr künftig hoch- und vollautomatisierte Fahrzeuge. Letzteres bedeutet laut Definition der Autoindustrie: «Das System kann im spezifischen Anwendungsfall alle Situationen automatisch bewältigen.» In solchen Fällen, beispielsweise beim Fahren auf der Autobahn, ist dann keine permanente Überwachung durch einen Fahrer mehr erforderlich. Er könnte während der Fahrt ein Buch lesen, im Internet surfen oder ein Video schauen.

Bislang heisst es in WÜ-Paragraf 8, Absatz 5: «Jeder Führer muss dauernd sein Fahrzeug beherrschen können.» Zudem heisst es in Paragraf 13, Absatz 1: «Jeder Fahrzeugführer muss unter allen Umständen sein Fahrzeug beherrschen, um den Sorgfaltspflichten genügen zu können und um ständig in der Lage zu sein, alle ihm obliegenden Fahrbewegungen auszuführen.» Diese beiden Passagen werden nicht gestrichen, sondern ergänzt.

Mit diesen Änderungen wird - vereinfacht gesagt - geregelt, dass die Übereinkommen zu den Fahrzeugteilen wie die sogenannten UN/ECE-Regelungen Vorschriften für Systeme erlassen können, die keine dauernde Beherrschung des Fahrzeugs durch den Fahrer mehr vorsehen. Damit wird im Wiener Übereinkommen darauf verzichtet, solche Vorschriften künftig selbst zu regeln. Und die Möglichkeit geschaffen, diese schneller zu ändern.

Doch bisher wurde noch keine Vorschrift geändert. Deshalb sind hoch- und vollautomatisierte Funktionen noch nicht zulässig. Zwar bietet Mercedes für seine neue E-Klasse bereits einen «Lenk-Piloten» an, doch dieser schaltet sich in zu engen Kurven ab. Zudem zwingt eine Freihanderkennung den Fahrer dazu, regelmässig die Hand ans Lenkrad zu legen. Ab wann das definitiv nicht mehr nötig sein wird, muss sich zeigen.


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