Arnd Franz präsentiert die Werkstatt der Zukunft

LKQ-Europachef zum Aftersales

Arnd Franz präsentiert die Werkstatt der Zukunft

18. Januar 2022 agvs-upsa.ch – Weit mehr als ein kurzer Blick in die Kristallkugel: LKQ-Europachef Arnd Franz schilderte die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen auf das Kerngeschäft des Garagisten, den Aftersales-Bereich. Markus Aegerter, AGVS-Geschäftsleitung Bereich Branchenvertretung, ordnete die Aussagen aus Sicht des Verbandes ein und zeigte auf, wie dieser seine Mitglieder unterstützt.

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Die Werkstatt der Zukunft – Während LKQ-Europachef Arnd Franz auf neue Prozesse und Ausrüstung verwies, sicherte Markus Aegerter den Garagisten im Namen des AGVS die Unterstützung zu. Foto: AGVS-Medien

mig. Mit düsteren Prognosen wartet Arnd Franz, Executive Vice President und CEO von LKQ Europe, im Rahmen seines Programmpunkts auf. Europas grösster Anbieter im Aftersales-Geschäft sieht einen dramatischen Rückgang der Garagenbetriebe bis 2040 voraus. «Direktvertrieb, Digitalisierung und Elektrifizierung reduzieren den Bedarf an Werkstätten deutlich», erklärt Franz. Werkstattaufenthalte würden aufgrund von Over-the-Air-Updates abnehmen und die Elektrofahrzeuge fördern diese Entwicklung, weil sie aus viel weniger wartbaren Teilen bestehen und weder über Getriebe noch Auspuffanlagen verfügen. 

Der Lichtblick am Horizont: Auch im Jahr 2030 werden mehr als 80 Prozent aller Fahrzeuge von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden. «Die Umstellung auf reine E-Fahrzeuge findet statt, aber sie braucht Zeit», sagt Franz. LKQ Europe geht davon aus, dass eine gewisse Anzahl von Autobesitzern aus Kostengründen und wegen ihrer Vorbehalten gegenüber der BEV-Technologie noch etwas länger am Verbrenner festhalten. 
Doch der Wandel wird kommen und, um sich optimal darauf vorzubereiten, empfiehlt Franz den Schweizer Garagisten folgende vier Punkte zu beherzigen: 
  • Digitalisierung der Auftrags- und Werkstattverwaltung mit neuen Werkstattmanagementsystemen
  • Investitionen in neue Ausrüstung für alternative Antriebe und autonom fahrende Fahrzeuge
  • Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden (Stichwort Hochvoltsysteme)
  • Digitale Anbindung an Endkunden 
Der AGVS unterstützt seine Mitglieder bei der erfolgreichen Bewältigung dieser Herausforderung – nicht nur mit attraktiven Aus- und Weiterbildungen. Markus Aegerter, AGVS-Geschäftsleitung Bereich Branchenvertretung, erklärt: «Der AGVS dient als Informations- und Austauschplattform und unterstützt bei rechtlichen Abklärungen wie aktuell zum Beispiel bei Fragen zu Agenturmodellen.» Ausserdem würden attraktive Zusatzgeschäfte ermöglicht wie der Auto Energie Check AEC oder das Reifendruck-Optimierungs-Programm ROP. Hinzu kommen interessante Kooperationen mit Versicherungen oder digitale Dienstleistungen wie beispielsweise ein Online-Terminvereinbarungstool. «Die Garagisten müssen innovativ sein, um den Ertragswegfall aufgrund ausbleibender Reparaturaufträge kompensieren zu können. Zudem  müssen die Investitionskosten in Ausbildung und Spezialwerkzeug gedeckt werden.» 

In seiner Präsentation spricht Arnd Franz vom wachsenden Druck der Hersteller. Markus Aegerter pflichtet ihm bei: «Das zeigt sich unter anderem dadurch, dass in den Zusammenarbeitsverträgen immer mehr auch das Aftersales-Geschäft in den Bonusplan integriert wird. Beispielsweise im Reifen- oder Ölgeschäft. Dadurch verliert der Marken-Garagist wichtige Margen.» Aus diesen Gründen sollte die Werkstatt im Idealfall mehr als ein Standbein zur Ersatzteilbeschaffung haben. 

Unterstützung erhält der Garagist auch von LKQ Europe, das als Lösung eine Werkstatt der Zukunft anvisiert. Dabei wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Basisdienstleistungen und -reparaturen weniger werden, dafür aber Diagnose und Digitalisierung zunehmen. Zudem werden offene und sichere Datenplattformen als Schlüssel zu einem nahtlosen und nachhaltigen Mobilitätserlebnis erachtet. Arnd Franz verspricht: «LKQ Europe wird in der Lage sein, alle Arten von Kunden mit einem umfassenden Servicekonzept zu bedienen: Privatkunden, Flotten, Versicherungen, sogar Hersteller und Firmenkunden.» Die freien Werkstätten werden in diesen Überlegungen als schlagkräftiges Mehrmarkenkonzept positioniert. 
 
Über LKQ Europe
Die LKQ Europe GmbH mit Hauptsitz in Zug ist eine Tochtergesellschaft der amerikanischen LKQ Corporation, dem weltweit grössten Anbieter im Aftersalesgeschäft. Der Deutsche Arnd Franz leitet seit Herbst 2019 die Geschäfte in Europa. Die Geschichte von LKQ Europe ist eine Geschichte des Wachstums: In den letzten zehn Jahren wurden mehr als 80 Unternehmen übernommen, darunter so bekannte Zulieferfirmen wie Stahlgruber in Deutschland und die Rhiag Group in der Schweiz. Schweizweit beliefert beispielsweise die Rhiag rund 100 Grosshandelspartner und 2000 unabhängige Garagisten mit Autoersatz-, Service- und Verschleissteilen. Aktuell beschäftigt die Rhiag in der Schweiz 110 Mitarbeitende an den Standorten Baar ZG, Rümlang ZH und Echallens VD.

LKQ Europe beschäftigt derzeit rund 26‘000 Mitarbeitende in mehr als 20 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 1000 Niederlassungen. Rund 100‘000 freie Werkstätten werden beliefert. 
Die ausführliche Berichterstattung zum «Tag der Schweizer Garagisten 2020» lesen Sie im AUTOINSIDE 2/2022.



Alles über den «Tag der Schweizer Garagisten» 2022
erfahren Sie hier.

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